Samstag, 20. Januar 2018

Und heute fällt der erste Schnee - Tara Riedman




** Und heute fällt der erste Schnee **

von 

~~ Tara Riedman ~~


Roman
264 Seiten
erschienen
am 31. August 2017
bei Books on Demand



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Du magst Buchcafés, Familiengeheimnisse und kitschfreie Liebesgeschichten? Dann bist du hier genau richtig:
Bücher, Musik und Karamellbonbons - mehr braucht die Bloggerin Sam nicht zum Glücklichsein. Doch als ihr Traum von einem Buchcafé plötzlich in greifbare Nähe rückt, wagt sie den Sprung vom schottischen Dorf ins Kölner Stadtleben. Dort stellt sie nicht nur die Umsetzung ihrer Pläne vor unerwartete Herausforderungen, auch die Verwandtschaft macht ihr das Leben schwer: Was hat es mit den geheimnisvollen Briefen auf sich, über die niemand sprechen will? Und wie soll sie bloß die Gefühle für ihren Cousin Marc in den Griff bekommen? Es wird höchste Zeit für ein Weihnachtswunder - und Sam hofft auf den ersten Schnee des Jahres, denn der bringt einen ganz besonderen Zauber mit sich.




Meine Meinung
Was mir als erstes ins Auge fiel ist das wirklich liebevoll gestaltete Cover und wie man aus der Geschichte erfährt, wird es zur Glaskugel eine besondere Verbindung geben. Ich mag das immer sehr, wenn Titel und Cover den Inhalt genau wiederspiegeln.
Das Buch entpuppt sich als Liebes- und Winterroman, aber bei dieser schönen Geschichte ist es egal zu welcher Jahreszeit man sie liest, Hauptsache man liest sie. Die Charaktere sind liebevoll und gut vorstellbar gezeichnet, vor allem Oma Josefine hat es mir angetan. Sie ist es, die ihre "Enkelin" Sam immer wieder bestärkt sich ihren Traum zu erfüllen und Mut zu zeigen es zu wagen. Doch leider stirbt die Oma dann und ihr Testament stellt Sam´s Welt auf den Kopf. Die Menschen in dieser Geschichte ergänzen sich perfekt, sie entwickeln sich weiter und kommen sehr menschlich rüber. Tara Riedman beschreibt die Gefühle und Gedanken sehr real und verständlich. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und die Liebesgeschichte ist auf keinen Fall kitschig oder überspitzt dargestellt, das hat mir extrem gut gefallen. Oftmals hat man ja, das es vor Herzschmerz nur so trieft und einiges sehr unrealistisch rüberkommt, aber hier nicht, hier sind diese Abschnitte hervorragend geglückt.
Der Schreibstil ist einfach (was ich aber nicht als negativ auslegen möchte), die Autorin verwendet oftmals kurze Sätze, die aber alles beinhalten, was ich als LeserIn genau in diesem Moment wissen muss und will. Keine ausufernden sinnlosen Beschreibungen, sondern direkt auf den Punkt. So fliegen die Seiten schnell dahin und schon hat man das Buch durchgelesen und landet bei einem Ende, wo man sich als LeserIn seine eigenen Gedanken machen kann. 




Fazit
Wie viele wissen bin ich ja eigentlich eher die Spannungsleserin, aber bei diesem Buch hat mich einfach sofort alles sehr angesprochen und ich wurde in meinem Gefühl bestätigt, das es doch bestimmt ein wunderbares Buch sein wird. Und ja, das ist es, ich kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen. Lasst Euch vom Schnee und von Sam´s Geschichte verzaubern.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Die Vergessenen - Ellen Sandberg




** Die Vergessenen **

von 

~~ Ellen Sandberg ~~



Roman
509 Seiten
erschienen
am 27. Dezember 2017
im PENGUIN Verlag
(Randomhouse)



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat.



Meine Meinung
Mit dem Pseudonym Ellen Sandberg hat sich die Krimi-Autorin Inge Löhnig einen Wunsch erfüllt und zwar diesen Roman zu schreiben. Dem Buch merkt man an, das er der Autorin sehr am Herzen liegt. Diese Geschichte gehört den Menschen nahe gebracht und ist sehr lesenswert.
Die zwei Erzählungen, im Heute und im Damals, fügen sich harmonisch ineinander und haben mich sehr gut unterhalten. Bei den Damals-Abschnitten ist der Inhalt oftmals schwer zu verdauen. Ellen Sandberg/Inge Löhnig findet aber die richtigen Worte ohne zu übertreiben, oder dem Leser schlaflose Nächte zu bereiten. Mit ihrem Schreibstil berührte sie mich beim Lesen, sie erwähnt unbedeutende Kleinigkeiten, die aber keineswegs uninteressant wirken, sondern das Bild bzw. den Blick abrunden. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant angelegt, keiner sticht hervor oder wird in den Mittelpunkt gestellt, alle haben ihren Raum bekommen sich zu entfalten und ihre Sichtweise auf die Geschichte zu darzustellen. Sehr berührend und bewegend, aber auch grausam und sprachlos machend, sind die Abschnitte in den Kriegsjahren, als Kathrin Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg ist. Beim Lesen spürt man das Leid der Menschen, man kann es sich kaum vorstellen. Einige grausame Details erwähnt die Autorin, aber es bleibt auch genug ungesagt, doch man kann es erahnen. So ernst wie das Buch und sein Hintergrund auch sein mögen, aber am Schluss musste ich auch ein bisschen schmunzeln. Rache und Gerechtigkeit sind bekanntlich ...   



Fazit
Ein wunderbarer Roman der niemanden beim Lesen unberührt lässt und der einige Zeit der Recherche in Anspruch genommen hat, aber es hat sich voll und ganz gelohnt. Der Schreibstil ist toll und vereint viel Gefühl, Mitgefühl, Liebe, Trauer, Hass, Rache und der Suche nach Gerechtigkeit. 
Eine Geschichte die erzählt werden muss, damit die Vergessenen wirklich nicht vergessen werden. 

Sonntag, 14. Januar 2018

Immer wenn Du schläfst - Jaye Ford




** Immer wenn Du schläfst **

von 

~~ Jaye Ford~~



Psycho-Thriller
511 Seiten
erscheint
am 15. Januar 2018
im GOLDMANN Verlag (Randomhouse)




Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Nach einem Schicksalsschlag beginnt Carly Townsend ein neues Leben. In der Hoffnung, die schrecklichen Erinnerungen zurückzulassen, zieht die junge Frau in eine andere Stadt und geht wieder zur Uni. Eines Nachts kurz nach ihrem Einzug wacht Carly auf. Sie fühlt sich benommen, blickt in die Dunkelheit – und auf die Silhouette eines Mannes. Panisch tastet sie nach ihrem Handy, da ist der Mann plötzlich verschwunden. Eine Woche später dringt der Fremde erneut in ihre Wohnung ein, und Carly ist ihm schutzlos ausgeliefert. Doch niemand glaubt ihr – die Polizei findet keine Einbruchsspuren, alle Fenster und Türen sind stets verschlossen. Derweil ist sie allein – mit der Angst vor jeder kommenden Nacht.




Meine Meinung
Der Titel ist bei diesem Buch Programm, treffender geht es nicht und man könnte ihn sich auch nicht anders vorstellen.
Auf den ersten Seiten wird man gnadenlos mit der Angst von Carly konfrontiert und man fällt in die Situation hinein, in der sie das erste mal von dieser schwarzen Silhouette in der Nacht besucht wird. Die Spannung ist sofort greifbar und als LeserIn lernt man die Hauptperson von ihrer ängstlichen und verletzlichen Seite kennen. Im weiteren Verlauf bekommt man immer wieder so kleine Häppchen zugeworfen, das Carly in ihrem vorherigen Leben etwas schlimmes erlebt haben muss, für das sie ihr Leben lang die Verantwortung trägt. Doch man wird hingehalten und erst so nach und nach kommt zum Vorschein was damals alles passiert ist und womit Carly immer in Verbindung gebracht wird. Deswegen sollte die neue Wohnung auch ein Neuanfang für sie sein, der sich aber Woche für Woche zu einen Albtraum entwickelt. Durch ihre Vergangenheit und ihren Selbstmordversuch denkt man als LeserIn später auch darüber nach, wenn Carly sich immer mehr in die Besuche des dunklen Schatten hineinsteigert, das sie dies vielleicht alles träumt, das es nicht wahr ist, das sie Aufmerksamkeit will, denn die Polizei findet niemals Anhaltspunkte oder Spuren, wie der Täter in die Wohnung gekommen sein soll. Diese Ungewissheit, ob Carly lügt, hat mich durch den Roman getrieben, da ich endlich wissen wollte, was und vor allem wie dies alles passieren konnte. Neben dem Hauptstrang des Thrillers, entwickelt sich auch eine kleine Liebesgeschichte zu Nate, ihrem Nachbarn, der immer hilfsbereit ist, aber auch durch manche Handlungen in den Fokus als Täter gerät, zumindest meiner Ansicht nach. Irgendwann versucht Carly selbst der Sache auf den Grund zu gehen, wie der Täter in ihre Wohnung gelangen konnte, da die Polizei schon nicht mehr zu ihr kommt und hier wurde es meiner Meinung nach etwas langatmig und ausufernd erzählt. Näher kann ich auf diese Aussage nicht eingehen, da ich ansonsten zu viel verraten würde und die Spannung komplett weg wäre.  



Fazit
Trotz der kleinen Längen in einigen Passagen hat mir der Psycho-Thriller gut gefallen. Der Schreibstil ist klar, schnörkellos und gut zu lesen. 
Ob dies wirklich alles so passierte wie Carly es erzählte, bleibt bis zum Ende hin offen und ungewiss, aber dann hat Jaye Ford noch ein ungewöhnliches Vorgehen eingebaut, das mich doch sehr überraschte.  

Freitag, 12. Januar 2018

Isoliert - Åsa Avdic




** Isoliert **

von

~~ Åsa Avdic ~~



Thriller
303 Seiten
erschienen
am 01. Dezember 2017
im Verlag HARPER COLLINS



Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Ein einsames Haus auf einer menschenleeren Insel vor der schwedischen Küste. Sechs Menschen kämpfen um einen Platz im inneren Zirkel der Partei. Doch einer von ihnen ist ein Spion - Anna Francis. Ihre Aufgabe ist es, ihren eigenen Tod zu inszenieren und danach die Testpersonen aus dem Verborgenen zu beobachten und zu bewerten. Doch plötzlich stirbt die einzige Eingeweihte. Und dann der erste Kandidat … Anna steht vor einer einsamen Entscheidung: Aus dem sicheren Versteck den Täter ermitteln oder mit den anderen gegen die Gefahr kämpfen?



Meine Meinung
Cover und Klappentext zusammen haben mich neugierig gemacht, auf diesen schwedischen Thriller. 
Die Geschichte ist im Jahr 2037 angesiedelt und die EU existiert nicht mehr. Der Staat und der Geheimdienst bestimmen das Leben der Bürger. In dieser Zeit hat Anna Francis einen Schreibtischjob beim Ministerium bis ihr eines Tages ein Projekt angeboten wird, welchem sie schon aus einem einzigen Grund zustimmen wird, sie kann soviel Geld auf einen Schlag verdienen wie sie niemals erarbeiten könnte. Unter größter Geheimhaltung wird sie in das RAN-Projekt eingewiesen. Sie soll für dafür die Teilnehmer heimlich beobachten und später einen Bericht über jede Person verfassen, ob diese in Betracht kommt um am RAN-Projekt teilzunehmen. Anna soll zu diesem Auswahlverfahren mit den andere 6 Personen auf die einsame Insel "Isola" in den schwedischen Schären gebracht werden. Doch wie man schon erahnen kann, läuft nichts nach Plan und plötzlich traut keiner keinem mehr. Sobald die Teilnehmer auf der kleinen Insel ankommen, nimmt die Geschichte an Fahrt auf und es entwickelt sich der Thriller, den ich vorher etwas vermisst habe, da man in den ersten Kapiteln ziemlich viel über Anna und ihr Leben zu lesen bekommt. Man sollte als LeserIn keine große Action erwarten, denn ich finde, die Geschichte kommt in einem ruhigen, aber nicht minder spannenden, Stil daher und zum Ende hin wurden einige überraschende Wendungen eingebaut. 
Ganz zu Beginn der Geschichte wird man mit Fakten und Personen konfrontiert, die keine Namen haben, sondern sie werden nur mit ihrem Dienstgrad genannt. Das kam mir etwas kühl und unpersönlich vor, aber nachdem die Geschichte ja 2037 spielt und unter dem Protektorat der kommunistischen Freundschaftsunion steht, passte es wieder. Der Eiserne Vorgang lässt grüßen. 



Fazit
Ein Thriller der mit einem Verlauf daherkommt, den man so schon gelesen oder auch im Fernsehen gesehen hat, aber durch die Abgeschiedenheit auf der Schäreninsel und dem damit begrenzten Raum der Akteure, sind Spannung und Unberechenbarkeit garantiert. 


Das Seelenhaus - Hannah Kent

Roman




** Das Seelenhaus **

von

~~ Hannah Kent ~~


Roman
384 Seiten
erschienen 
am 01. Oktober 2015
im Droemer & Knaur Verlag




Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
"Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen."

Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.

Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren. 
Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörig­keit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem 
Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte.




~ Meine Meinung ~
Ich musste das Buch bei etwa Seite 200 abbrechen.
Mit der Geschichte bin ich so gar nicht zurecht gekommen. Die Charaktere sind zwar gut angelegt und auch der damaligen Zeit, im Jahre 1828, entsprechend, aber wie schon bei dem anderen Roman der Autorin "Wo drei Flüsse sich kreuzen", den ich auch abgebrochen hatte, kam für mich keine Sogwirkung auf. So nach dem Motto, ich muss unbedingt weiter lesen und wissen was wirklich passierte. Die beeindruckenden Landschaftsbeschreibungen Islands und die gute Recherchearbeit von Hannah Kent machen sich aber schon auf den ersten Seiten bemerkbar und Fans solcher historischer Literatur mögen auch ihre Kosten kommen, aber für mich hat es sich nicht gelohnt.


~ Fazit ~
Dies soll niemanden abschrecken, die Romane dieser Autorin zu lesen, da ihre Bücher viele positive Bewertungen haben. Und meine Meinung spiegelt nur den persönlichen Eindruck wider, den ich beim Lesen empfunden habe.